Web Zwei Null Marathon
Von der Unkonferenz mit hohem Wissensaustausch zur sterilen und lageplanverwirrenden Web 2.0 Expo mitsamt Seminaren und Keynotes war vom 3. bis 8. November die Hauptstadt webpauered.
Der Dokumentationseifer mit dem alles erdenkliche im Netz kommuniziert, getippt, fotografiert und gefilmt wird, war überall präsent. Die Technologie ist wie Luft erklärte Don Tappscott in der Abschlussrede auf dem Messegelände. Er meinte damit seinen Sohn, der ihm ein hochauflösendes 3D Bild vom Mars auf seinem Computer zeigte. “Ich schau durch diesen Hubble Teleskop glaub ich.”
Auf dem Barcamp zeigte Markus einige Beispiele politischer Kampagnen im Netz. Überraschenderweise sind Mailinglisten immernoch ziemlich effektiv, gerade was die Partizipation angeht. Und eine technsiche Plattform ist kein Garant für eine hohe Teilnahme, yup.
Eine Kommunikationsplattform auf die ich sehr gespannt bin ist die Republic of Ideas. Hab mich mit Fabian über seine Idee unterhalten; Anfragen von Geldgebern gibt es schon. Sie ist gedacht für Kreative die ihre Idee anstatt ihr Profil à la Xing vernetzen wollen. Ok, Ideen kann man klauen, ja, aber es muss ja nicht die komplette Idee in der Online Republik sein. Nutzer heissen logischerweise Citizens und Freunde sind Nachbarn.
Weil ich ins Internet schreibe habe ich die 1000 Euronen für die Expo gespart, hätte aber mein Geld zurückverlangt wenn ich so blöd gewesen wäre. Außer einer inspirierenden Keynote von Tappscott, der natürlich auch sein Buch Wikinomics und sein Unternehmen mit verkauft hat, nicht viel gewesen, liegt wohl am Erwartungsmanagement. Vor der letzten Rede stellte Reschma Sohoni, obwohl interessant, in einer nervös aufgelegten Werbebotschaft Seedcamp vor.
In den Sessions Advertising 2.0 und Consumer Generated Advertising war außer langweilig und schlecht Englisch sprechenden Moderatoren der Inhalt durchaus interessant. Axel Schmiegelow verkündete aus Ergebnissen aktueller Gespräche, dass das klassische Fernsehen in fünf Jahren Tod ist, gut möglich. Nicht zu vergessen, er ist CEO von Sevenload und wundert sich über Bertram Gugels Analyse: deutsche Videohoster haben eine Reichweitenherausforderung.
Nate Elliot von jupiterresearch präsentierte aktuelle Zahlen aus Europa. Schlagwörter sind: Hypertargeting, Kommunikation untereinander treibt den Verkehr, Kunden wollen Anzeigen die Teilnahme fördern, Nutzer haben generell nichts gegen geschponserte Seiten. Vorsicht! Größte Herausforderung für Online Werbung 2.0 sind die Messwerte, denn Zugriffe und Klicks sind nicht genug. Wir fragen uns: Wie wirkt sich das Werbebudget auf die Messung aus?
Ein Sammelsurium an Zusammenfassungen ist bei den Blogpiloten zu finden, die auch fleissig mit Pilotmützen am Barcamp vetreten waren. Fazit. Am besten das nächste Mal den Veranstaltungsort der Expo auf dem Messegelände ersatzlos streichen, warum nicht im Radialsystem V? Am Barcamp gibts nichts zu meckern, weiter so!