Quoten, Klicks und Staub
Um 23.35 kurz vor dem Tanz in den Mai “erlauben-sich-ard” ein Pseudoreportage zur Rechtfertigung ihrer Internetexpansion mitsamt Weicheifragen von Thomas Leif. Der andauerende Machtkampf zwischen Verlegern und den Öffentlich-Rechtlichen steht exemplarisch für die Anpassungsfähigkeit deutscher Medien, vor allem im Web.
Steffen sacht zurecht, dass es mehr Berichte über den staubigen Wandel geben muss damit die Nutzer die Versäumnisse besser verstehen. Der Ansatz von Leif, der unter anderem den Lobbyismus in Deutschland notwendigerweise beleuchtet, als Leitreporter ist die Verleger als grosse Fische darzustellen, die den Öffentlichen mit ihrer Lobbyarbeit Steine in den Weg legen. Thomas bloggt passend,
Es war ein voreingenommenes Bejubelungsstück der öffentlich-rechtlich subventionierten Privatsender. Dazu gehört es auch den Antichrist aller TV-Magazinmacher zu verdammen: Profite. Nie macht jemand Gewinne, es sind immer Profite, das klingt ekliger. Und wer Profite machen will, der ist böööööseeeeeee. Die ARD will keine Gewinne machen. Pardon, sie darf ja praktisch nicht. Sie also ist guuuuuuut.
Leif, Chefreporter des SWR, fällt immer wieder als verstaubter Selbstwiderleger auf oder gar als Blogversteher. Er sorgt sich um die GEZ-Schaafe der Zukunft, immer weniger Jugendliche schalten den SWR ein. Wir brauchen mehr Berichte über ihre Berichte und regelmäßige Leistungsnachweise sowie die Prüfung der gesellschaftlichen Relevanz. Ich will nicht in 5 Jahren hören, keiner wusste von dem ganzen Staub. Hey, sogar die FAZ begründete vor nicht allzu langer Zeit, dass Sie keine Bücher im Rad lesen als Argument dafür, dass nur Printabos auf faz.de zu holen waren. Das war 1999!